„Wenn der Bärlauch wächst, fangen die Karpfen an zu beißen!“
Bauernregel von Stefan Kischel

Wie ihr am vergangenen #GourmetDienstag gesehen habt, war ich schon ein paar Nächte am Wasser und habe natürlich wieder etwas Leckeres gekocht. Doch in den letzten Jahren habe ich immer wieder festgestellt, dass sich die ersten konstanten Fänge durch ein anderes Naturphänomen ankündigen. Davon möchte ich euch in diesem Beitrag berichten.

WENN DER BÄRLAUCH WÄCHST UND DIE NATUR ERWACHT
Der milde Winter lässt in diesem Jahr die Natur recht früh erwachen, die ersten Kräuter wachsen schon Anfang März. Wilder Schnittlauch wächst beinahe an jeder Ecke und Bärlauch ist an ausgesuchten Plätzen auch schon zu finden. Sieben bis Zehn cm groß muss er sein, dann ist er am besten! Ich hatte das Glück, über einen befreundeten Fischhändler noch ein Stück Skrei zu bekommen, für mich der beste Winterfisch und in Kombination mit einem Bärlauch Risotto einfach ein Festessen. Schöner kann man die ersten Tage der neuen Saison doch gar nicht verleben. Die ersten warmen Sonnenstrahlen, gutes Essen und den ein oder anderen Fisch am Band.

BAUERNREGEL ODER BINSENWEISHEIT?
Über die Jahre entwickelt man ein Gefühl dafür, wann der Richtige Zeitpunkt gekommen ist, um ans Wasser zu fahren. Dass das zeitige Frühjahr eine schwere Zeit ist, um die ersten Fische zu fangen, ist den Meisten bewusst. Dennoch stehen die Chancen ganz gut, wenn man die Standplätze der Fische kennt und deren Fresszeiten beachtet. Ein kleiner See mit einem recht guten Besatz an Spiegelkarpfen hört sich doch nach einer guten Wahl an, in diesem doch noch zeitigen Frühjahr ein paar Fische auf die Matte zu legen. Eine abfallende Kante mit einem großen Baum unter Wasser war mein favorisierter Spot. Ich vermutete, dass die Fische hier im Winter ihr Quartier hatten und von Zeit zu Zeit raus schwimmen würden, um ein wenig Nahrung aufzunehmen! Ich fütterte diesen Platz mit ein wenig Stick Mix über einen Zeitraum von 14 Tagen vor. Als Montage wählte ich an diesem Gewässer das Ronny Rig mit einem Wafter in der Größe 24mm. Kleine Hakenköder haben im Frühjahr mit Sicherheit ihren Vorteil aber ich wollte es vermeiden zu viele kleine Fische zu fangen. Der Fischbestand an K2 und K3 Fischen ist extrem hoch in diesem See, darum entschied ich mich dafür, nicht zu kleine Kugeln ans Haar zu binden. Mit guten Essen im Foodbag und ordentlichem Futter in der Tasche sollte diese Session doch sicher ein Erfolg werden!

“Gut vorbereitete Plätze sind das A und O, nicht nur im Frühjahr.”

Die ersten Fische ließen nicht lange auf sich warten
Der Aufbau meines Tackles ging erstaunlich schnell und vergessen hatte ich auch nix. Komisch eigentlich, normalerweise fehlt gerade beim Saisonauftakt immer noch das eine oder andere. Die Montagen perfekt abgelegt, dauerte es auch nicht lange und ich konnte den ersten Fisch bei gerade mal 5°C Wassertemperatur sicher landen! Der zweite und dritte Fisch folgte binnen kürzester Zeit. Die Standplätze der Fische hatte ich definitiv gefunden! Ich fütterte nur wenig, eine Hand voll Stickmix und ein paar einzelnen Boilies, die ich in der Hand zerdrückte.

WENN DER KLEINE HUNGER KOMMT
Am frühen Abend knurrte mir der Magen. Ich musste unbedingt etwas essen. Skrei mit Bärlauch Risotto und Garnele, ist doch schnell gemacht, dachte ich mir. Und so begann ich mit den Vorbereitungen.

Zutaten für 1 Person

1 kleine Zwiebel/Schalotte
½ Tasse Risotto Reis (Abalone)
½ Zehe Knoblauch
4 Blätter Bärlauch
3 El Weißwein
1 Tasse Brühe
1 TL Pflanzenöl
150-200g Skrei oder anderes Fischfilet
1-2 große Garnelen
4 EL Sahne
2 EL geriebenen Parmesan

Butter, Salz, Pfeffer, Thymian, Zitronen- oder Limettensaft

ARBEITSCHRITTE

1. Für das Risotto schneide ich die Zwiebel in Würfel und schwitze diese dann glasig in Butter an.

2. Anschließend den Risotto-Reis, Knoblauch, einen Thymianzweig, Salz und 4 Blätter in Streifen geschnittenen Bärlauch hinzugeben. Das ganze lösche ich mit dem Weißwein ab und gebe nach und nach die Tasse Brühe hinzu.

3. 20min köcheln lassen und dann bei Seite stellen.

4. Nun eine Pfanne erhitzen, das Pflanzenöl hineingeben und den Skrei langsam auf der Haut kross braten.

5. Sobald der Fisch ¾ gar ist, die Riesengarnele hinzugeben, den Saft einer halben Limette darüber pressen und kurz auf die Fleischseite drehen. Die Garnele ebenfalls einmal drehen und 1min fertig garen.Wichtig ist nur, dass die Garnele beim Braten nicht trocken wird! Tritt weißlich geronnenes Eiweiß aus dem Fleisch aus, hat man das zarte Fleisch übergart oder/und zu heiß gebraten.

6. Die Pfanne vom Feuer nehmen. Das Risotto noch einmal kurz aufstellen, die Sahne sowie den geriebenen Parmesan unterheben.

7. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, eine Prise Zucker hinzufügen und das Risotto ist fertig!

Nun konnte endlich gegessen werden.
Mit einem schnellen Quark-Dip war es „totally perfect“.

OHNE MAMPF KEIN KAMPF
Lange Zeit hatte ich aber keine Zeit zu verdauen und der nächste Fisch verließ das Winterquartier, um es mir gleich zu tun und sich den Magen mit ein paar Köstlichkeiten vollzuschlagen. Es war immer nur die eine Rute, die ablief und so konnte ich bis zum Morgen insgesamt zehn Fische fangen. Ein absoluter Wahnsinn für dieses Gewässer und die Jahreszeit. Ich konnte mich selbst unter guten Bedingungen nicht daran erinnern mal so eine Strecke an Fisch hier gefangen zu haben.
Location und das richtige Gespür ist das A und O im zeitigen Frühjahr, welches in Kombination mit gutem Futter und idealen Wetterbedingungen die Chancen auf einen top Saisonstart immens erhöht!
Wenn man dazu noch meine persönliche Bauernregel beherzigt, klappt es sicher mit den ersten Fischen.

In diesem Sinne, achtet doch mal drauf oder lasst mal einen Kommentar da, ob ihr auch solche jährlich wiederkehrenden Beobachtungen machen konntet.

Euer Stefan

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  1. In der freien Natur wachst der Barlauch in dichten Kolonien vor allem an Waldrandern. Insbesondere im Fruhling wird bei Waldspaziergangen oftmals der typische Knoblauchduft wahrgenommen. Pfauenradfarn in Kombination mit Barlauch und der Schaumblute.

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