Das Aus für weiße Boilies

Ein Aufschrei geht durch die europäische Karpfenangelszene, denn weiße Boilies werden verboten.

Aber warum??? Fangen sie zu gut, sind sie schlecht für die Fische und die Umwelt, steigen die Preise ins Unermäßliche oder gehen die Rohstoffe zur Neige?

Weiße Boilies fangen Fische und das ziemlich erfolgreich.

Fakt ist, weiße Boilies fangen in einigen Gewässern überdurchschnittlich gut. Sie sind quasi kleine Eyecatcher auf dem dunklen Gewässergrund und ziehen so die Aufmerksamkeit der Fische auf sich. Wenn an einem Gewässer nicht alle mit weißen Boilies angeln, funktioniert die Taktik oft ziemich gut.

Der weiße Farbstoff, der für die helle Farbe verantwortlich ist, heißt Titandioxid und wird eigentlich von allen Herstellern verwendet. Allerdings sollte man die Dosis möglichst gering halten, da der Farbstoff auch für eine Versiegelung der Oberfläche sorgt und die Boilies dann nicht mehr richtig arbeiten können.

Besonders in fischmehlhaltigen Ködern ist es oft ziemlich schwer die Köder auf der einen Seite richtig weiß zu bekommen und auf der anderen Seite ein ausgewogenes Proteingerüst zu kreiiren.

Bei unserem “White Tuna” haben wir daher auf besonders helle Fischmehle und andere tierische Proteinquellen gesetzt, um eine guten Kompromiss zu erhalten.

Doch damit ist jetzt leider Schluss….

Alles wird durch Corona und den Krieg in der Ukraine immer teurer oder ist gar nicht mehr zu bekommen, doch das ist tatsächlich nicht der Grund für den Tod von weißen Boilies. Eine neue EU-Richtlinie ist dafür verantwortlich, dass auch die Angelindustrie einen ihrer Bestseller auf Eis legen muss.

“Eine Studie an Ratten deutete darauf hin, dass resorbierte Titandioxid-Nanopartikel Darmentzündungen verstärken können. Ebenso wird ein kanzerogenes Potenzial von inhaliertem Titandioxid kontrovers diskutiert. Hier fehlen zur Klärung allerdings weitere Studien.”

(https://www.gelbe-liste.de/apotheke/titandioxid-verbot-nahrungsmittel#:~:text=Die%20Europ%C3%A4ische%20Kommission%20hat%20am,mehr%20in%20den%20Verkehr%20bringen; 23.05.2022; 11.36Uhr)

Der EU reichen diese Vermutungen aus, um hart durchzugreifen. Da nach Antragsstellung im Herbst 2021 kein Veto eingelegt wurde, ging der Beschluss Anfang des Jahres durch und trat in Kraft.

Da Karpfen in der Nahrungskette des Menschen vorkommen gilt dieser Beschluss nun auch für Futtermittel von Fischen. Durch eine verstärkte Aufnahme der sogenannten Nanopartikel könnte eine Anreichung dieser in deren Fleisch auftreten, was wiederum beim Verzehr in den menschlichen Organismus gelangen würde.

Wir haben weiter recherchiert und folgendes für euch herausgefunden:

“Die Europäische Kommission hat heute (Freitag) ein Verbot für die Verwendung von Titandioxid als Lebensmittelzusatzstoff (E171) erlassen. Die EU-Staaten hatten einen entsprechenden Vorschlag der Kommission im Oktober 2021 einstimmig gebilligt. Das Verbot wird nach einer sechsmonatigen Übergangszeit in Kraft treten. (…)

(…) Titandioxid wird verwendet, um vielen Lebensmitteln eine weiße Farbe zu verleihen, von Backwaren und Brotaufstrichen bis hin zu Suppen, Soßen, Salatdressings und Nahrungsergänzungsmitteln. (…)

(…) Die Mitgliedstaaten hatten den Vorschlag der Kommission, der im vergangenen Herbst vorgelegt wurde, einstimmig gebilligt. Er stützte sich auf ein wissenschaftliches Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit. Dieses kam zu dem Schluss, dass Titandioxid bei der Verwendung als Lebensmittelzusatzstoff nicht mehr als sicher angesehen werden kann. Das ist insbesondere so, weil Bedenken hinsichtlich der Genotoxizität, also der Fähigkeit von chemischen Substanzen, genetisches Zellmaterial zu verändern, nicht ausgeschlossen werden können. Der Rat und das Europäische Parlament hatten bis Ende 2021 Zeit, um Einspruch zu erheben.”

Hakenköder und Co. weiterhin weiß.

Für sogenannte technische Köder, die von den Fischen nicht wirklich gefressen werden, gilt der Beschluss allerdings nicht. Hakenköder, Pop Ups und Co. sind von der neuen Richtline also nicht direkt betroffen und weiterhin in weißer Farbe frei verkäuflich.

Bei den Boilies gibt es allerdings keine wirkliche Alternativen zum Titandioxid. Andere weiße Farbstoffe sind unbezahlbar, färben nicht stark genug, besitzen keine Futtermittelzulassung oder lassen sich einfach nicht gut verarbeiten.

Aus diesem Grund wird der White Tuna wohl in Zukunft etwas beige daherkommen, sollte deswegen aber nicht schlechter fangen. 😉

 

Bei Fragen meldet euch bei uns, wir beraten euch gern.

Euer Karsten

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