7 Tipps für dein perfektes Fangfoto

Wie kann man besser eine tolle Session oder einen besonderen Fang dokumentieren und in Erinnerung behalten, als mit dem perfekten Fangbild?

In diesem Beitrag möchte ich euch einige Tipps geben, die meiner Meinung nach wichtig sind, um ein gelungenes Fangbild entstehen zu lassen. Wer jetzt allerdings denkt, dass ich hier mit großem Kauderwelsch über Kameratechnik und Einstellungen um die Ecke komme, der täuscht sich. Natürlich sind die richtige Technik und ein paar kleine Einstellungssachen wichtig, allerdings bringt mir die beste Technik nichts, wenn ich dafür die Komposition des Bildes außer Acht lasse.

Da die Fotografie neben dem Karpfenangeln auch eine Leidenschaft von mir ist, versuche ich hier, ganz einfach für jeden zu erklären, worauf es in meinen Augen ankommt, um ein Bild entstehen zu lassen das in Erinnerung bleibt.

Schöne Erinnerungen schaffen.

1. Der richtige Platz

Jeder Angler, der am Wasser ankommt macht sich als allererstes ein Bild von den lokalen Gegebenheiten. Das perfekte Fangbild entsteht meiner Meinung nach zu 90% im Kopf. Denn bevor ich einen Fisch fange, mache ich mir Gedanken darüber, wo ich ihn fotografieren möchte. Um den richtigen Platz zu wählen, bedarf es einiger Vorüberlegungen: Von wo kommt die Sonne? Werfen z.B. Bäume Schatten auf den Fisch oder mich? Möchte ich ein Bild im Wasser oder am Land? Wo ist die beste/interessanteste Stelle dafür? Auch sollte man darüber nachdenken, von wo das Licht zum Zeitpunkt des Shootings kommt. Nichts ist schlimmer als Gegenlicht beim Fangbild. Hatte man am Abend die Sonne noch hinter der Kamera, ist das bei einer Fotosession am Morgen natürlich genau anders herum.

Bäume werfen oft unschöne Schatten.

Wenn ich ganz genau weiß, wo mein Foto geschossen werden soll, bereite ich diesen Platz so vor, dass ich zu jeder Zeit sofort loslegen kann. Ich lege die Abhakmatte an den geplanten Platz, stelle einen Eimer mit Wasser bereit, baue schon einmal das Stativ auf, für den Fall einer Nachtaufnahme, bereite ich den Scheinwerfer vor und mache die Kamera einsatzfähig.

Dazu gehört es das richtige Objektiv aufzustecken, den Blitz oder die Leuchte zu montieren und einen Akku einzulegen.

Auch ein bis zwei Einstellungen an der Kamera können schon vorgenommen werden. Glaubt mir, die richtige Vorbereitung hilft einem enorm weiter. Wenn das alles getan ist, seid ihr einem guten Bild ein ganzes Stück näher. Eins fehlt allerdings noch bei den Vorüberlegungen…

Jetzt kann der Fisch beißen ich bin bereit.

2. Einen spannenden Hintergrund finden

Auf einem Fangbild ist niemals nur der Fänger mit dem Fisch zu sehen und deshalb ist es wichtig, dass der Hintergrund interessant ist. Denn was bringt es mir, wenn ich einen tollen Fisch super in Szene setze, dabei aber vor einem unaufgeräumten Bivvy oder einem Müllsack sitze? Sicher ein Extrembeispiel, aber leider immer noch viel zu häufig zu sehen.

Mein Tipp, sucht nach: markanten oder umgefallenen Bäumen, urigen Pflanzen und Sträuchern, großen Steinen oder aber nach etwas Monotonem, wie z.B. ein weitläufiges Feld.

Auch im Wasser lassen sich interessante Spots finden: Schilf, Totholz oder Seerosen. Der Hintergrund ist für mich ein entscheidendes Thema der Bildkomposition, denn er ist es, der dem Bild das besondere Etwas verleiht und eine Einheit zwischen Fisch und Natur vermittelt. Ist kein passender Hintergrund zu finden, so achtet darauf, dass ihr genügend Abstand zum Hintergrund haltet. Denn durch die richtigen Einstellungen der Blende sowie der Brennweite, könnt ihr den Hintergrund dann unscharf wirken lassen. Nicht die optimale Lösung aber es erzeugt wenigstens etwas Spannung im Bildaufbau.

Interessante Hintergründe machen ein gutes Bild zu einem besonderen Bild.

3. Die Perspektive und der Bildausschnitt

Selbst verständlicherweise sollte auf dem Fangbild der Fisch im Vordergrund stehen und es sollte natürlich wirken. Den Fisch leicht vorzuhalten ist für mich also völlig in Ordnung.

Allerdings solltet ihr darauf achten, dass ihr es nicht übertreibt, ansonsten macht ihr euer Bild schnell unglaubwürdig und unnatürlich. Maximal halte ich den Fisch soweit vor, dass ich meine Ellenbogen auf meinen Knien ablegen kann.

“Die Kamera sollte dabei ungefähr auf Fischhöhe oder leicht unterhalb der Mittellinie des Fisches positioniert werden.”

So sollte es nicht aussehen 😉

Fangbilder schräg von oben fotografiert, wirken für mich meist nicht besonders harmonisch. Enorm wichtig ist es, dass nichts „an“ oder „abgeschnitten“ ist auf eurem Bild, auf vielen Fangbildern sieht man dann häufig „große“ Fische denen die halbe Schwanzflosse fehlt. Im Nachhinein sehr ärgerlich, wie ich finde. Lieber etwas Abstand halten, scharf fotografieren und dann zuhause am Rechner den Bildausschnitt anpassen.

Ein guter Grundsatz ist es finde ich, wenn Fänger und Fang 2/3 des Bildes ausfüllen.

4. Die Schärfe und der Fokus

Das wichtigste an einem Bild ist die Schärfe, denn nur ein scharfes Bild ist ein gutes Bild. Noch wichtiger ist es aber, dass ich mir Gedanken darüber mache, was genau scharf sein soll. Es ist also wichtig, dass man den Fokus richtig setzt. Ich lege den Fokuspunkt immer auf das Auge des Fisches.

“Sitzt der Fokus auf dem Auge, haucht es dem Bild Leben und Dynamik ein.”

Der zweite wichtige Punkt ist die Einstellung der Blende. Die Blende sollte nie zu weit geöffnet sein. Denn der Tiefenschärfebereich ist bei maximal geöffneter Blende (kleiner Wert, z.B. F1,8) sehr klein. Dann ist das Auge des Fisches zwar scharf, eure Nasenspitze aber schon nicht mehr. Je nach Objektiv ist ein Wert von um die F4-5 ein guter Richtwert, an dem man sich orientieren kann.

Hier sitzt der Fokuspunkt leider nicht auf dem Fisch.
Fokuspunktauswahl - das A und O!

5. Blitz trotz Sonne?

Die meisten glauben, dass sie keinen Blitz brauchen, wenn die Sonne scheint. Blitze sind nur für die Nachtfotografie! Doch weit gefehlt, denn gerade bei starker Sonneneinstrahlung kann mir der Blitz helfen, die starken Schatten, die geworfen werden aufzuhellen. Außerdem lässt der Blitz das Bild gleichmäßiger belichtet erscheinen. Im Grunde genommen blitze ich fast immer, entscheidend ist nur wie.

Strahlt die Sonne „weich“, zum Beispiel am frühen Morgen auf den Fänger und Fisch, blitze ich mit Diffusor. Ist es Dunkel, leuchte ich den Fänger und seinen Fisch mit einer Videoleuchte konstant aus.

“Auch durch indirektes Blitzen, z.B. nach oben in die Krone der Bäume, lassen sich interessante Lichtstimmungen kreieren.”

6. Zeit lassen

Ein gutes Fangbild entsteht niemals mit einem Klick auf den Auslöser. Die Szenerie sollte sicher so schnell wie möglich ablaufen, um den Fisch nicht unnötig zu stressen, aber auch so lange wie nötig Zeit in Anspruch nehmen. Pro Fisch schieße ich ca. 10-15 Bilder mit leicht verschiedenen Einstellungen und eventuell auch leicht anderen Perspektiven. So kann ich mir Zuhause in aller Ruhe das Bild raussuchen, was mir am besten gefällt.

Ist alles gut vorbereitet, führt es dazu, dass man entspannter an das Foto herangeht und dies auf dem Bild auch zur Geltung kommt. Kurz vor dem Auslösen schließe ich kurz die Augen, atme einmal tief durch und versuche mich zu entspannen bzw. bin ich der Fotograf, fordere ich den Fänger dazu auf. Probiert es aus, ihr werdet den Unterschied sehen.

Für mich - Entspannung pur!

7. Sprecht miteinander!

Ein riesen Vorteil für das „perfekte“ Fangbild ist es, wenn man zu zweit am Wasser ist. So hat man seinen Fotografen nämlich immer mit dabei.

Aufgefallen ist es mir dann aber schon öfter, dass oft gar nicht oder wenn nur sehr wenig miteinander gesprochen wird. Meist läuft es so ab, dass einer den Fisch hält und der Fotograf einfach ein paar Fotos schießt. Ganz nach dem Motto: „Wird schon was Gescheites bei sein.“ Wenn man sich dann die Fotos ansieht, ist man entweder häufig nicht zufrieden oder aber, es ist doch nichts Brauchbares dabei.

Deshalb folgender Grundsatz, „Kommunikation ist Trumpf“!

Wie bereits schon erwähnt, ein gutes Bild entsteht im Kopf. Dafür muss der Fänger dem Fotografen seine Vorstellungen aber zuvor beschreiben. Während der Fotosession muss dann der Fotograf das Kommando übernehmen, schließlich ist er derjenige, der durch den Sucher schaut und sieht, wie das Bild später aussieht.

Anweisungen wie: „Halte den Fisch etwas höher!“, „Dreh den Kopf mal etwas zu mir!“, oder „Kippe den Fisch etwas nach vorn!“, sind Pflicht, um ein gutes Bild auf der Speicherkarte zu erhalten.

Ihr erspart euch so unnötige Bilder, die z.B. durch Reflexionen oder abgeschnittene Körperteile versaut sind und nebenbei noch eine Menge Zeit und Frust.

Wenn alles passt...
...entstehen tolle Erinnerungen.

Handy oder Spiegelreflex?

Ganz ohne den technischen Aspekt, geht es dann doch nicht.

Meiner Meinung nach muss es nicht immer die Highend-Vollformatkamera sein. Und ja, auch Smartphones machen heute schon hervorragende Bilder. Allerdings empfehle ich doch eher eine Kamera. Gerade bei weniger Licht und mit der Variabilität der Einstellungen, hat man mit einer Kamera große Vorteile. Ob es eine Spiegelreflex oder eine Systemkamera sein soll, ist meiner Meinung nach Geschmacksache.

“Wer auch ansonsten viel fotografiert und wechselbare Objektive verwenden möchte, für den ist Spiegelreflex die richtige Wahl. Wer scharfe und unkomplizierte Bilder schießen möchte, ohne viel Gerödel mitzuschleppen, der greift zur Systemkamera.”

Wichtig finde ich, sie sollte ein schwenkbares Display besitzen, denn das kann gerade wenn man allein sein Bild machen muss, ein enormer Vorteil sein. Dazu kommt ein Stativ auf dem die Kamera, besonders bei Wasseraufnahmen, sicher und stabil steht. Außerdem kann für den Fall, dass man allein am Wasser ist, ein Funkauslöser nicht schaden.

Das Allerwichtigste ist aber, geht raus fangt Fische, probiert euch aus und habt Spaß dabei. Der Rest kommt mit der Zeit ganz von alleine.

Ich wünsche euch allzeit den Fokus am richtigen Fleck und ein gutes Auge für euer „perfektes Fangbild“.

M - Die einzig richtige Wahl.

Euer Oliver   

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